Gründungsfeier

Die ROTWESTEN machen druck!!

Dieser Eindruck drängte sich bei der Gründungsfeier im Vorfeld der Hauptversammlung auf. Eigentlich gibt es die rührige Nachwuchstruppe schon seit gut einem halben Jahr. Bei der Übergabe des neuen Fahrzeugs hätte sie vorgestellt werden sollen - doch die zögert sich hinaus.

Nun fiel der Startschuss an Heilig Drei König. Für die 15 Kinder zugleich ein krönender Abschluss der Weihnachtsferien. Die jungen Mitglieder genießen großen Rückhalt bei den Eltern, die zu der Veranstaltung in großer Zahl erschienen waren, was auch Hannes Stamminger als Vorsitzender der Wehr würdigte. Er gab zugleich einen Einblick in die Vorgeschichte der neuen Gruppe. 2017 sei es gewesen, als die damalige Jugendfeuerwehr zahlenmäßig einen Tiefpunkt erlebt habe. Sie habe sich aus geburtenschwachen Jahrgängen rekrutiert, die Interessen der Kameraden hätten sich zudem jenseits des Wehrwesens verlagert. Die Mitgliederzahl tendierte "gegen Null", so Stamminger - es folgte die Auflösung.

Und auch ein Neuanfang. Der sei vor allem "zwei rührigen Damen" zu verdanken, lobte der Vorsitzende und meinte damit die beiden Feuerwehrfrauen Yvonne Heigl und Amelie Rybak, welche die Kinderfeuerwehr seit Juni 2018 betreuen. Vor dem inoffiziellen Startschus habe aber noch die Satzung geändert werden müssen. So wurde etwa die Altersgrenze von zwölf Jahren aufgehoben. Zumindest nominell. Denn ihren Schutz bietet die Bayerische Versicherungskammer erst ab sechs Jahren an, womit dieses Alter nun die eigentliche Untergrenze für die Teilnahme an der Kinderfeuerwehr darstellt.

Bei der Jahresversammlung im Januar 2018 gab es grünes Licht für die Gründung. Leitsatz der neuen Gruppe wurde es, die Buben und Mädchen "spielerisch an die Ziele der Wehr heranzuführen", erklärte Stamminger. Mit den Kollegen aus Unterrödel galt es sich danach auch noch abzusprechen, denn auch von dort sollen Kinder aufgenommen werden. Bald schien einem Gründungsfest in terminlicher Eintracht mit der Fahrzeugweihe nichts mehr im Weg zu stehen.

Doch das neue Auto kam und kam nicht, während die Kinder "schon Übungen abgehalten haben", blickte Stamminger zurück. So fand sich die Jahresversammlung 2019 als neuer Termin, der für die Gründungsfeier genutzt werden konnte. Für diese Forcierung sorgten auch die Kinder selbst, "die richtig Druck gemacht haben", zeigte sich Stamminger beeindruckt.

Erste kleine Anschaffungen seien schon getätigt worden, weitere folgten. Zudem wolle man sich mit benachbarten Wehren diesbezüglich austauschen. Stelle sich der erhoffte Erfolg ein, werde die Wehr aus den eigenen Reihen für zusätzliche personelle Unterstützung sorgen.

Das hörte wiederum Yvonne Heigl gerne, die kurz die sechs Gruppenstunden seit der Gründung im Juni Revue passieren ließ. Denn "wir freuen uns über viele weitere Kinder, sie sind die Zukunft der Wehr".

Bei den bisherigen Treffen haben die Kinder Feuerwehrhaus und -auto kennengelernt, die Einsatzkleidung unter die Lupe genommen sowie die "Streichholz-Führerscheine" I und II absolviert, die zum richtigen Umgang mit Kerzen ermuntern. Auch ein Hydrant wurde von den Buben und Mädchen geöffnet und durchgespült. Das Üben mit der Kübelspritze und eine Adventsfeier durften nicht fehlen. Zudem wurden Windlichter gebastelt. Heigl nutzte die Chance, zur nächsten Gruppenstunde am Montag, 28. Januar, einzuladen (16.30 bis 17.30 Uhr).

Zur Gründung gratulierte auch Bürgermeister Markus Mahl. Die jetzt installierte sei nach Marquardsholz die zweite Kinderfeuerwehr im Brandbezirk. Finanzielle Unterstützung gab es vom Rathauschef per Kuvert, die Versicherungskammer hatte schon ihren Obolus entrichtet. Während all dieser Worte malten die Kinder selbst eifrig Bilder, die im Feuerwehrhaus ausgestellt werden sollen. Standesgemäß feierten die Buben und Mädchen in schicken, roten Feuerwehrwesten. Eine weitere Kleiderausstattung gibt es vorerst nicht. Aus einfachem, praktischen Grund, wie Stamminger erläuterte. "Bis die Kleidung geliefert wird, könnte sie bereits zu klein sein. "